Der Dokumentarfilm zeigt die aktuelle Bedeutung und die progressive Rolle der Benedikti-nerabtei PANNONHALMA, die sich verpflichtet fühlt, Menschen verschiedener Religion und Weltanschauung einander näher zu bringen und das vereinigte Europa "von innen" neu zu beleben.

Die zentrale Gestalt des Films ist der charismatische ERZABT DR. ASZTRIK VÁRSZEGI, 60 Jahre, und gleichzeitig Bischof, der mit großem Engagement Versöhnung verkündet und mit ganzer Kraft der Erneuerung des Christentums in Osteuropa dient: " ganz im Sinne der Forderung, Europa eine Seele zu geben."

Bereits zur Zeit des Sozialismus stand er mit deutschen, polnischen und tschechischen Kirchengemeinschaften in Kontakt. In der veränderten historischen Situation dann baute er intensive Beziehungen zu den Benediktinerklöstern in Tyniec in Polen, in Brevnov in Tschechien, in Deutschland in Erfurt und in München aus. Als erster lud er die Oberhäupter anderer Religionen, wie Vertreter der fortschrittlichen - auch atheistischen -Intelligenz nach Pannonhalma ein. Mit seinen immer neuen Initiativen stößt er dennoch oft auf Widerstand und Unverständnis.

Anstelle der historischen Darstellung des mehr als tausend Jahre alten Klosters betont der Film den humanistischen, für Europa offenen, in Taten sich verwirklichenden Geist der Benediktiner und von Abt Asztrik in der Gegenwart.

Durch einen kurzen Rückblick auf die letzten fünf Jahrzehnte kann der Zuschauer diese dramatische Zeit nachvollziehen: die Rettung Verfolgter, das Verstecken jüdischer Familien während des Zweiten Weltkriegs, der Kampf ums Überleben in den schweren Jahren des Stalinismus - Enteignung, Spitzelsystem, Verfolgung und Verhaftung der Ordensleute und die Widersprüche der siebziger, achtziger Jahre, als jene humanistische Philosophie reifte, die in unseren Tagen mit Hilfe des freien Dialogs die verschiedenen Religionen einander annähert. Neue Verfilmungen und Archivaufnahmen der lebendigen Begegnungen mit den Vertretern anderer Religionen - mit Alexij, dem Moskauer Patriarchen, mit dem Dalai-Lama, mit Schenouda, dem koptischen Papst, wie mit dem jüdischen Oberrabbiner - halten die progressive Weltanschauung der Benediktiner fest.

Poetische Bilderreihen vermitteln ihre Berufung und ihrer Alltags: - die Harmonie des spirituellen und alltäglichem Lebens, Momente der Liturgie, die Arbeit als Lehrer und Erzieher, die Freude der Mönche im Kreis der Schüler und in ihrem eigenen, den Anbau
von Heilkräutern, das Anlegen von Weingärten und die Weinlese.

Der Dokumentarfilm zeigt auch die Ausstrahlung Pannonhalmas auf ganz Europa, - die gemeinsamen Unternehmungen mit den Klöstern Breznov bei Prag, dem Kloster St. Ottilien in Bayern, Michaelbeuern und St Peter, Salzburg in Österreich.

Die Leitgedanken des Filmes werden von einer starken visuellen Welt wiedergegeben: Luftaufnahmen, Supernahaufnahmen, Fahrten durch die ungarische Landschaft, die Lavendel-felder, die Weingärten und durch das Arboretum. Montagen der Einheit von Mikro- und Makrokosmos. Der Sankt-Martinsberg in der Frühlingsblüte, im Herbstlaub, im Schnee. Gregorianische Liturgie in der Basilika. Passagen mit den Mönchen auf den Gängen, im Kreuzgang, in der Gemeinschaft, allein, im Kreise ihrer Schüler.

Der Film will denen, die sich auf der Sinnsuche befinden einen Halt bieten, gleichzeitig den Blick auf ein europäisches Kloster werfen, dessen Tore der Welt und den Menschen auf ganz moderne Art offen stehen, so, wie es bisher noch nicht filmisch dokumentiert wurde.

weiter